Rikes blaue Welt voller Gedichte und Geschichten
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Zuhause

Ich liege auf meinem Bett, in meine Bettdecke eingehüllt, meinen Kopf in mein Kuschelkissen vergraben und wünsche mich nach Hause. Ich bin zuhause, umgeben von all meinen Lieblingsgegenständen, an dem Ort zu dem ich einen Schlüssel habe und eine geschlossene Tür, die die Menschen auf der Straße von mir fernhält. In meinen vier Wänden, die mir Schutz bieten vor der Außenwelt, vor den ganzen Dingen, die in dieser Welt passieren und mich doch gar nichts angehen.

Ich bin zuhause und bin es doch nicht. Wenn ich nach Hause komme, die Tür aufschließe und sie hinter mir wieder ins Schloss drücke, bin ich immer noch unterwegs. Es ist so, als wenn ich nie ankomme, obwohl ich schon längst am Ziel bin. Ich bin immer noch unterwegs, auf der Suche nach meinem zuhause. Mein meistgedachter Satz ist sicherlich  „Ich will nach Hause“, egal wo ich bin, wo ich mich befinde. Ich habe Heimweh, nach einem Ort, der nicht zu existieren scheint. Vielleicht, weil er nicht existiert. Mein Zuhause ist nicht mein zuhause, weil es sich nicht so anfühlt. Ich wünsche mich an einen Ort, an dem ich mich sicher fühle, geborgen und willkommen. Ein Ort, an dem ich loslassen kann, fallen lassen und weich lande. Ein Ort, um anzukommen, da zu sein, zur Ruhe kommen, entspannt sein. Wo ich die schwere Winterjacke ablegen kann und mir immer noch warm ist. Wo ich genau weiß, wo was liegt und ich blind durchlaufen könnte ohne irgendwo vorzustoßen. Mein Anker im wogenden Meer der Welt. Meine Tankstelle für Kraft und Energie. Meine Höhle gebaut aus den schönen Erinnerungen meines Lebens zu den wunderbarsten Stoffen gewebt. Der Ort an den ich gehöre. Aber diesen Ort scheint es nicht zu geben.

Mein Zuhause ist nicht mein Zuhause, denn ich kann nicht loslassen, fallen lassen, weil ich nicht weich lande. Ich fühle mich weder sicher, noch geborgen, mir ist nicht warm, ich komme nicht zur Ruhe, denn ich komme nie an. Ich bin unterwegs, in der Welt, in die ich nicht gehöre. Ich bin halt da, weil ich nicht verschwinden kann. Ich atme die Luft, die sich fremd anfühlt. Ich gehöre hier nicht hin. Ich will nach Hause. Ich will nach Hause. Ich will nach Hause.

29.1.17 09:39
 
Letzte Einträge: Auf Wiedersehen, Fangt mich auf, Schatten, Frühling ist ein Gedicht, Leihhund


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